Lilium maritimum

Lilium maritimum
Lilium maritimum
Vorlage:Taxonomy
Vorlage:Subclassis: Lilienähnliche (Liliidae)
Vorlage:Ordo: Lilienartige (Liliales)
Vorlage:Familia: Liliengewächse (Liliaceae)
Vorlage:Subfamilia: Lilioideae
Vorlage:Genus: Lilien (Lilium)
Vorlage:Species: Lilium maritimum
Wissenschaftlicher Name
Lilium maritimum
Kellogg

Lilium maritimum ist eine Art aus der Gattung der Lilien (Lilium) in der amerikanischen Sektion. Sie ist nur sehr selten in Kultur zu finden.

Beschreibung

Zwiebel

Die Zwiebeln sind unregelmäßige Verdickungen an unverzweigten rhizomatischen Strukturen, die 1,8 bis 4,1 Zentimeter hoch und 3 bis 7,4 Zentimeter lang werden. Das Rhizom wird dabei höchstens dreimal länger als hoch und ist, typisch für eine Lilienzwiebel, aus zahlreichen Schuppen zusammengesetzt, die meist unsegmentiert sind, selten aber auch aus bis zu zwei Segmenten bestehen. Die längsten Schuppen werden 1,5 bis 3,8 Zentimeter lang.

Habitus

Lilium maritimum erreicht eine Wuchshöhe von 10 Zentimeter bis 120 Zentimeter, selten auch bis zu 230 Zentimetern, bleibt an Steilküsten jedoch meist kleiner als 25 Zentimeter. Stängelwurzeln fehlen.

Das Blattwerk findet sich gelegentlich konzentriert in der unteren Hälfte des Stängels, manchmal auch verteilt, meist aber in ein bis vier Wirteln oder Teilwirteln, die aus je drei bis siebzehn Blättern bestehen. Die Blätter stehen waagrecht (mit herabhängender Spitze) bis aufrechtweisend, sind (manchmal verschmälert) elliptisch,, selten schwach umgekehrt-lanzettlich bis umgekehrt-eiförmig, an den Rändern ungewellt und zum Ende hin spitz zulaufend. Sie erreichen eine Länge von 3,6 bis 17,7 Zentimeter und sind zwischen 0,3 und 4,7 Zentimeter breit.

Blüten und Früchte

Die Art blüht von Juli bis August mit ein bis dreizehn in einer Rispe stehenden, nickenden (gelegentlich waagerechten) und duftlosen, glockenförmigen Blüten an 6,3 bis 32 Zentimeter langen Blütenstielen. Die sechs gleichgeformten, in zwei Blütenblattkreisen stehenden Blütenhüllblätter sind zur Hälfte bis vier Fünftel weit zurückgebogen, rot bis rotorange und am Ansatz im Zentrum dunkelbraun gefleckt, die Zeichnung ist hellorange, gelegentlich gelb-grün unterlegt. Die Blütenhüllblätter sind 3,4 bis 5 Zentimeter lang und 0,9 bis 1,3 Zentimeter breit.

Die Staubblätter ragen nicht aus der Blüte, die Staubfäden sind in einem Winkel von 3 bis 14 Grad nach außen gebogen, die Staubbeutel sind hellmagenta und 4 bis 12 Millimeter lang, der Pollen ist orange. Der Stempel ist 2,2 bis 3,2 Zentimeter lang, der Fruchtknoten 1 bis 1,8 Zentimeter, der Griffel grün.

Die 120 bis 240 Samen reifen in 2,4 bis 4,1 Zentimeter langen und 1,2 bis 2 Zentimeter dicken Kapselfrüchten heran. Die Chromosomenzahl beträgt 2n=24.

Lilium maritimum wird im Lauf ihrer Blütezeit von unterschiedlichen Bestäubern besucht. Anfangs wird sie bestäubt von Allenkolibris (Selasphorus sasin) und Annakolibris (Calypte anna), später durch verschiedene Hummeln.

Verbreitung, Habitat und Gefährdung

Lilium maritimum ist ein Endemit mit sehr begrenztem Lebensraum. Ihre Vorkommen beschränkten sich ausschließlich auf einen nur rund 250 Kilometer langen und wenige Kilometer breiten Streifen unmittelbar an der Küste Kaliforniens zwischen San Francisco und Westport in Höhenlagen zwischen 0 und 200 Meter. Die klimatischen Bedingungen dort werden stark vom Meer geprägt, so sind die Sommer neblig, vergleichsweise kühl und feucht, im Herbst und Winter kommt es zu starken Regenfällen und die Temperaturen können im Winter auf bis zu -5° C fallen [1].

Sie ist dort Bestandteil spezieller kalifornischer Pflanzengesellschaften der Küste wie California coastal prairie, Northern coastal scrub, Lichtungen in sogenannten Closed-cone pine forests und Mooren, in denen sie mit Sonnentau-Arten vergesellschaftet vorkommt.

Durch die weitgehende Erschließung der Küste als Siedlungsraum vor allem im Großraum San Francisco ist die Art drastisch zurückgedrängt worden und im Süden ihres angestammten Verbreitungsgebiets bis auf eine einzelne Population in der Point Reyes National Seashore ausgestorben. Da die Landerschließung im Norden ihres Verbreitungsgebietes weiter voranschreitet, sind die dortigen Vorkommen unverändert bedroht. Vom IUCN wurde die Art 1997 als Vulnerable (Gefährdet) eingestuft [2], der Staat Kalifornien und der Bund haben bisher jedoch keine Gefährdungeinstufung vorgenommen.

Systematik

Die Art wurde 1874 durch Albert Kellogg erstbeschrieben, es existieren weder Unterarten noch Varietäten.

Durch ihre nickenden Blüten und die glockenförmige Blüte bei gleichzeitig eingerollten Blütenhüllblättern weicht Lilium maritimum morphologisch von allen anderen nordamerikanischen Lilienarten ab. Sie kann jedoch mit der Panther-Lilie (Lilium pardalinum) hybridisieren. In morphologischer Hinsicht steht diese Hybride, die sich vegetativ vermehren kann, genau zwischen ihren Eltern.

Literatur

  • Flora of North America, Vol. 26, S. 187 Online
  • Mark W. Skinner: Lilium - Lily, in: James C. Hickman (Hrsg.): The Jepson Manual - Higher Plants of California, 1993, ISBN 0520082559

Einzelnachweise

  1. ClimateZones.com
  2. Eintrag in der 1997 IUCN Red List of Threatened Plants

Weblinks